Hier findest du den Unterricht in der Reihenfolge, in der er auch in der Stunde behandelt wurde – zum Nachlesen, wenn du gefehlt hast, oder zum Wiederholen vor einer Arbeit. Diese Seite wächst mit dem Unterricht mit: Es kommen noch weitere Stunden dazu (weitere Reaktionstypen, die Redoxreihe der Metalle, die elektrochemische Spannungsreihe). Lernziele, Glossar, Lernkarten und Übungsaufgaben zu jeder Stunde findest du oben in den anderen Reitern.

Stunde 1 · Was ist Chemie?
Die erste chemische Fragestellung: beschreiben oder deuten?
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Sicherheitsregeln und Gefahrensymbole gelten für alle Klassenstufen und stehen deshalb auf eigenen Seiten: Sicherheitsregeln im Chemieunterricht und Gefahrensymbole kennenlernen.
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Die Operatoren beschreiben und deuten (aus dieser Stunde) gelten fachübergreifend für die ganze Oberstufe – die vollständige Liste mit allen Anforderungsbereichen findest du unter Oberstufe & Abitur → Operatoren.

Damit ging es direkt an die erste echte chemische Fragestellung: Was ist Chemie eigentlich? Dazu gab es einen Versuch – und die Aufgabe, ihn erst nur zu beschreiben und danach zu deuten.

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Der Nagel im Wasserglas – beschreiben oder deuten?

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Versuch: Ein Nagel steckt schräg in einem Becherglas, das zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist.

Becherglas mit 500 mL Fassungsvermögen, zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Ein Nagel steckt schräg darin: der obere Teil über der Wasseroberfläche ist silbergrau und glänzend, der untere, untergetauchte Teil ist rötlich-braun verrostet.
So sah der Versuch in der Stunde aus
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Aufgabe: Beschreibe den Versuch und das Versuchsergebnis (AFB I)
Der obere, aus dem Wasser ragende Teil des Nagels ist silbergrau und metallisch glänzend. Der untere, untergetauchte Teil ist mit einer rötlich-braunen, körnigen Schicht bedeckt. Die Flüssigkeit selbst ist klar und unverändert.
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In eine Beschreibung gehören keine Erklärungen. Sätze wie „Der Nagel rostet, weil Eisen mit Sauerstoff und Wasser reagiert" oder „Es bildet sich Eisenoxid" sind bereits eine Deutung – sie gehören nicht in Schritt 1.
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Aufgabe: Deute das Versuchsergebnis (AFB II–III)
Die rötlich-braune Schicht ist Rost, chemisch Eisen(III)-hydroxid Fe(OH)3. Das Eisen reagiert mit dem im Wasser gelösten Sauerstoff und dem Wasser selbst: Eisen wird oxidiert (gibt Elektronen ab, wird zu Fe3+), Sauerstoff wird reduziert. Es handelt sich also um eine Redoxreaktion:
4 Fe  +  3 O2  +  6 H2O  →  4 Fe(OH)3
Warum bleibt der obere Teil blank? Für die Rostbildung müssen Wasser und Sauerstoff gleichzeitig vorhanden sein. Oberhalb der Wasseroberfläche fehlt das Wasser als Reaktionspartner.
Stunde 2 · Chemische Reaktion: die Elektronenübertragung
Aus der Deutung „Redoxreaktion" wird ein Modell: Wer gibt Elektronen ab, wer nimmt sie auf?

In Stunde 1 hattet ihr schon gedeutet, dass die Rostbildung eine Redoxreaktion ist. In Stunde 2 wurde daraus ein genaues Modell entwickelt: Wie viele Elektronen werden eigentlich übertragen, und wie liest man das an der Reaktionsgleichung ab?

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Rostbildung – die Elektronenübertragung

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Vereinfacht (ohne Wasser) lässt sich die Rostbildung als Reaktion von Eisen mit Sauerstoff zu Eisenoxid schreiben:

Fe  +  O2  →  FeO  (noch nicht ausgeglichen!)
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Problem: Sauerstoff kommt in der Natur nur molekular als O2 vor. Lösung: Zwei Eisenatome reagieren gemeinsam mit einem O2-Molekül.

Teilreaktionen mit Elektronenübertragung:

Ox
Oxidation (Eisen gibt Elektronen ab)
Fe → Fe2+ + 2 e–  | ×2, denn die Reduktion braucht 4 e–
2 Fe → 2 Fe2+ + 4 e–
Red
Reduktion (Sauerstoff nimmt Elektronen auf)
O2 + 4 e– → 2 O2–

Zusammengeführt (Elektronenzahl gleich: 4 e– = 4 e–):

2 Fe  +  O2  →  2 FeO
In dieser Reaktion ist Eisen der Elektronendonator (Oxidation) und Sauerstoff der Elektronenakzeptor (Reduktion).
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Magnesium verbrennt zu Magnesiumoxid

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Zum Vergleich ein zweites Beispiel aus der Stunde: Magnesium reagiert mit Sauerstoff zu Magnesiumoxid.

Ein Magnesiumband wird mit einer Tiegelzange in ein Standzylinder gehalten und brennt dort mit heller, weißer Flamme ab.
Magnesiumband beim Verbrennen
2 Mg  +  O2  →  2 MgO

Teilreaktionen:

Ox
Oxidation
2 Mg → 2 Mg2+ + 4 e–
Red
Reduktion
O2 + 4 e– → 2 O2–
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Jetzt du: Vergleiche mit der Rostbildung

Bei Magnesium passen die Elektronenzahlen der beiden Teilreaktionen direkt zusammen (4 e– = 4 e–), ganz ohne zusätzlichen Ausgleichsfaktor. Bei der Rostbildung musste die Oxidation dagegen mit ×2 multipliziert werden. Erkläre, woran das liegt – schau dir dazu an, wie viele Elektronen Fe bzw. Mg jeweils bei der Oxidation abgeben.

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Es geht weiter: Die nächsten Stunden zu E.1 (Redoxreihe der Metalle, elektrochemische Spannungsreihe, weitere Reaktionstypen) werden hier ergänzt, sobald sie behandelt wurden.

🎯 Jetzt selbst üben

Teile vier weitere Redoxreaktionen in Oxidation und Reduktion auf und gleiche sie stöchiometrisch korrekt aus.

Zu den Übungsaufgaben →
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